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Reeder 2 – Review: Back in business

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Reeder 2 – Review: Back in business

Seit meiner News zum Erscheinen von Reeder 2 von vor zwei Monaten ist mittlerweile eben besagte Zeit vergangen – Zeit genug um nun endlich mein Versprechen einzulösen und dem beliebten RSS-Reader für iPhone und iPad des Schweizer Entwicklers Silvio Rizzi eine ausführliche und wohl gemeinte Review zu spendieren. Was halte ich von dem Update? Welche Neuerungen hat sich Rizzi einfallen lassen? Und was hat das Ganze mit der erst vor kurzem entbrannten App-Pricing Debatte zu tun? Lest weiter!

Zugegeben: Zu Google Reader Zeiten war ich ein richtiger RSS-Junkie. Jede freie Minute am iPhone, iPad oder Mac wurde damit verbracht die Reeder App zu aktualisieren, in der ständigen Hoffnung es würden neue Artikel reinflattern. Entsprechend erschüttert war ich, als ich im März dieses Jahres erfuhr, dass der Suchmaschinen-Riese seinen durchaus beliebten Lesedienst zum 1. Juli aufgeben würde. Zwar stand mit Feedly schon der potentielle Nachfolger auf dem Spielfeld, was aus dem zwischenzeitlich kostenlos angebotenen Reeder-Lineup werden sollte war zu diesem Zeitpunkt aber noch unklar. Ohnehin hält sich Entwickler Rizzi im wilden Onlinejungle weitestgehend bedeckt.
Mit der Bekanntgabe, dass an einer neuen Reeder App gearbeitet würde, legten sich dann aber auch die letzten Bedenken eventuell auf andere Clients umsteigen zu müssen. Nur noch ausgestattet mit der letzten funktionierenden Version 3.2 für’s iPhone fieberte die treue Fangemeinde fortan dem Erscheinen eines Updates entgegen.

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Die App – aufpoliert und doch vetraut

Das nun veröffentlichte Reeder 2 ist eine vollkommen neue App, ausgestattet mit vertrauten Funktionen und UIs, die aber gleichzeitig auch einen kleinen Schritt in die Zukunft der RSS Clients für mobile Geräte wagt.

iPad Screen

An den grundlegenden Funktionen hat sich wenig geändert. Lediglich ein paar RSS-Services sind neu dazugestoßen: Neben Feedly und Feed Wrangler werden auch Feedbin, Fever und Readability unterstützt. Dem Nutzer wird also die Qual der Wahl gelassen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit Feeds lokal über Reeder 2 zu empfangen, muss dann aber auf eine Sync-Funktion verzichten.

Die Entscheidung eine Universal-App für iPhone und iPad zu veröffentlichen fiel nach Aussage von Rizzi erst sehr spät. Reeder 2 basiert nämlich auf der Entwicklung der neuen iPad-Version, mit der der Schweizer bereits im Winter 2012 begann. Entsprechend leicht fallen einem hier die Änderungen ins Auge. Allen voran das Design, das sich von alten Skeumorphismus-Balast trennen musste. Das neue flachere Design wirkt modern, aber dennoch nicht radikal anders, was vor allem an der Wahl der Farben liegt, die sich, wenn auch leicht abgeändert, bis zur neuen Version durchsetzen konnten — Elemente, die im iOS 7-Zeitalter noch in der Lage sind den Charme vergangener Tage zu erhalten.

Stellt man Reeder (links) und Reeder 2 (rechts) gegenüber wird man die neue Optik schnell ins Herz schließen. Bei der Platzierung der „Buttons“, der Starred-, Unread-, sowie Feedfilter hat sich aber wenig geändert. Nutzer müssen sich also nicht umgewöhnen. Das hat einerseits Vorteile, schmälert andererseits aber auch das Urteil über Reeder 2, da man bis hierher nur wenig neues findet.

Vergleich

Die neuen Animationen sind dagegen nur eine kleine Spielerei ohne wirklichen Nutzen. Klickt man auf eines der unteren Symbole kommt kurz ein Text „reingeflogen“ damit man auch sicher weiß wobei es sich bei dem Stern, Kreis oder den Strichen handelt. Kurze Zeit später verschwindet er wieder — nettes Detail.

Reeder 2 Animationen

Gestenzirkus – links und rechts und rauf und runter

Viel praktischer sind dagegen die neuen Gesten, die die Navigation durch Reeder 2 um einiges bequemer und schneller machen. Insbesondere die „Swipe right to go back“ Geste, die man auch schon aus iOS 7 kennt, hat es mir angetan. Indem man vom linken Bildschirmrand nach rechts streicht gelangt man eine Ebene zurück. Das Ganze ist wesentlich intuitiver als einen Button zu betätigen — wer die Funktion auch an anderen Stellen im System nutzt weiß was ich meine. Klar funktioniert diese Geste auch vice versa (Swipe vom rechten Bildschirm nach Links) um etwa wieder vorwärts zu gelangen.
Hält man dagegen den Back-Buttom gedrückt, gelangt man auf schnellem Wege zum Account-Bildschirm zurück. Sollte man also mehrere RSS-Accounts besitzen, lässt sich auf diese Weise ganz einfach zwischen ihnen wechseln. Zwar verwalte ich alle meine Feeds über einen einzigen Feedly-Account, erkenne aber auch den Sinn hinter dieser Geste. Besonders Power-Poweruser (ja diese Formulierung ist gewollt) sollten Gefallen daran finden. Und wer sie nicht braucht, muss sie nicht nutzen.

Die Feeds lassen sich auf zwei verschiedene Arten aktualisieren. Über die Contentlist oder über die Titlebar. Dies hat folgende Logik: Befindet man sich beispielsweise im Filtertab kann man über die „Pull to refresh“-Geste im Contentbereich sämtliche Feeds aktualisieren. Das Problem: Sitzt man nun aber in der ellenlangen Unread-Liste fest, müsste man erst komplett nach oben scrollen um die Feeds zu erneuern. Ein einfacher Zug an der Titlebar hilft aber diesem komplizierten Weg zu entgehen und man kann beruhigt weiter an der Stelle verharren, an der man sich gerade befindet.

Gesten und Sharing,jpg

Bei der Organisation der Feeds hat sich nichts getan. Diese werden weiterhin in den besagten Filtern verwaltet. Hat man Ordner erstellt, so werden auch diese wie gewohnt im Filtertab angezeigt. Streicht man nun über einen dieser Ordner (ob Links oder Rechts spielt keine Rolle) gelangt man ohne Umstände direkt zur Artikelliste. Andernfalls würde man bei einem Tab erst zur Feedliste gelangen. Diese Funktion lässt sich je nach Geschmack in den Settings umstellen. Einzelne Artikel können wie gewohnt per Rechts- oder Linksswipe als gelesen oder „starred“ markiert werden. Wer sich dabei ertappt immer in die falsche Richtung zu wischen, kann auch diese Funktion nach seinen Wünschen in den Einstellungen anpassen.

Insgesamt muss ich sagen, dass die Wischgesten sehr intuitiv wirken und man sich nach längerer Benutzung schnell daran gewöhnt. Wegen der Displaygröße wirken die Gesten am iPad aber ein wenig mehr daheim. Stellen sie auf dem iPhone eher eine Navigationsalternative dar, so kann man sich auf dem Tablet kaum eine andere Möglichkeit vorstellen Reeder 2 zu bedienen.

Hat man es nach meiner langen „Gestenreview“ erst einmal bis zu einem Artikel geschafft, wird man wohl erneut auf altbekannte Funktionen treffen. Ein Readability-Support besteht weiterhin um eventuell störende Werbeeinblendungen (im Artikel versteht sich) oder gekürzte Texte elegant zu umgehen. Derart „verkrüppelte“ Feeds sind jedoch kein Feature von Reeder 2, sondern vielmehr der fehlende Support und/oder Nichtbeachtung der verschiedenen Websitebetreiber. Hin und wieder kann es vorkommen, dass Artikel erst gar nicht komplett gelesen werden können. Hier bietet Reeder 2 zumindest eine Notlösung in der Form eines In-App Browsers. Falls gewünscht kann man Artikel auch direkt in Safari öffnen. Hierhin gelangt man indem man das Sharingmenü über eine Wischgeste vom rechten Bildschirmrand aus aufruft. Dieses Menü lässt sich klarerweise nach seinen eigenen Wünschen gestalten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Facebook, Twitter, Mail oder Instapaper werden auch weniger genutzte Services wie Pinboard, Zootool, Delicious oder QUOTE.fm unterstützt. In der Titlebar befindet sich zudem ein Button um die Textgröße und den Zeilenabstand anzupassen.


Fazit

Wie ich schon erwähnt habe, wird man nicht gerade mit neuen atemberaubenden Funktionen überschüttet. Rizzi hat sich mit dem Update nur wenig getraut, was im ersten Moment ein wenig trügen mag. Letztlich kommt es aber auf den Nutzer an, und welche Erwartungen er in dieser Hinsicht hegt. Ich beispielsweise bin total zufrieden mit Reeder 2, die gebotenen Funktionen reichen mir und ich kann endlich wieder RSS-Feeds auf dem iPad lesen. Die Beschwerden über den Preis kann ich wie bei Tweetbot 3 nur wenig verstehen; und will mich zu diesem Thema auch gar nicht weiter äußern. Interessierten Lesern möchte ich dennoch einen kurzen Artikel von Ellis Hamburger auf The Verge ans Herz legen, in dem auch Silvio Rizzi zitiert wird:

„It’s not easy at all to calm down upset users — I think one of the problems is that some people don’t understand that this is not just a hobby for me.“

Wer ohnehin viel RSS liest, für den sollte Reeder 2 ein no-brainer sein. Neue (und alte) Nutzer bekommen hier einen sauberen Client, der seinen Job ohne zu Murren verrichtet  Ich bin gespannt, was sich der Entwickler in den nächsten Monaten einfallen lässt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, die Background Refresh Funktion von iOS 7 aufzugreifen. Bis dahin…

Next: Pocket Casts (universal) von Shifty Jelly

Reeder 2 – Review: Back in business
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