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Kommentar: Apples Geheimhaltung 2.0

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Kommentar: Apples Geheimhaltung 2.0
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Wohl kein anderes Unternehmen weltweit beschäftigt sich mit diesem Thema so sehr wie Apple. Es ist, war und wird wohl immer die große Stärke des Unternehmens südlich von San Francisco sein. Geheimhaltung ist das geflügelte Wort der Damen und Herren in Cupertino. Wo es in den letzten Jahrzehnten immer relativ leicht war, neue Produkte in absoluter Unwissenheit der Presse zu produzieren, so wurde es in den letzten Jahren immer schwerer Produkte vorzustellen, die man davor noch nicht gesehen hat. Nun zeigt man einen neuen Ansatz. Doch bringt dieser das Unternehmen zum Erfolg?

Ich persönlich bezeichne diese neue Art der Geheimhaltung gerne als Geheimhaltung 2.0 – so zu sagen als überarbeitet Version. Wie bereits erwähnt, war es früher anscheinend nicht wirklich notwendig für große Sicherheitsmaßnahmen bei Produktpräsentationen zu sorgen. Zum einen war das öffentliche Interesse bedeutend geringer, zum anderen die Zuliefererkette kleiner. Wenn man 20 Millionen weniger Produkte produzieren muss, ist es nur logisch, dass weniger davon vorab ans Tageslicht kommt.

Wie sieht Geheimhaltung 2.0 nun aus?

Zum ersten Mal haben wir Geheimhaltung 2.0 im Rahmen der WWDC 2013 gesehen, als CEO Tim Cook den Senior Vice President of International Marketing Phil Schiller auf die Bühne bat. Damals hatte wohl niemand mit dieser Art der Produktpräsentation zu rechnen gewagt. Schiller zeigte damals erste Bilder des komplett neu gestalteten Mac Pro. Doch der Clou war, dass die Wundermaschine nicht vor Ende 2013 im Handel erhältlich sein würde. Apple präsentierte ein Produkt mit dem wohl niemand gerechnet hatte und gibt dann bekannt, dass man noch über ein halbes Jahr warten müsse bis man es kaufen kann. Sehr ungewöhnlich für den Konzern.

Im vergangen September wiederholte sich die Geschichte zum Teil wieder. Mit der Präsentation der neuen iPhones, also dem iPhone 6 und 6 Plus konnte Apple nicht wirklich überraschen. Zu viele Leaks und Prototypen waren schon vorab im Internet veröffentlicht worden. Als dann Tim Cook sein persönliches Baby, die Apple Watch vorstellte, ging aber doch ein kleines Raunen durch die Menge. Zwar hatten im Sommer noch die Meisten mit der Präsentation einer iWatch gerechnet, als es dann aber überhaupt keine Leaks gab, schrieben viele diese Idee ab und verlagerten die Präsentation gedanklich auf Oktober oder sogar auf das Jahr 2015.

Über Design lässt sich bekanntlich streiten, trotzdem muss man neidlos anerkennen, dass wohl niemand mit diesem aussehen gerechnet hat, einfach weil sich niemand vorab ein Bild von diesem Produkt machen konnte.

Woran liegt das?

Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns zuerst die Frage stellen, woher die ganzen Leaks eigentlich kommen. Zum Großteil wird irgendwo in der Produktionskette ein Gehäuse oder ein fertiges Gerät abgezweigt, dass dann um tausende Euro verkauft wird. Es ist eigentlich selbstverständlich, dass bei einer Produktionsmenge von mehreren Millionen Stück in der Woche irgendwo mal ein Gerät „verloren“ geht. Weiters beschäftigen Betriebe wie Foxconn mehrere hunderttausend Arbeiter, die noch dazu extrem schlecht bezahlt werden. Es wird wohl nicht sehr schwer sein, eben diese dazu zu motivieren ein Gerät mitgehen zu lassen wenn ihnen einige tausend Dollar Belohnung blühen.

Die geniale Änderung von Apple könnte nun kaum simpler sein.

Man Präsentiert erst die Artikel und beginnt danach die Produktion!

Dadurch ist es eigentlich nicht möglich, dass vorab überhaupt irgendwelche Informationen ans Tageslicht kommen. Die Pläne werden ja nur von Apple direkt in Cupertino erstellt oder es werden zumindest nur sehr wenige Testmodelle angefertigt, die dann strengstens bewacht werden. Apple behält damit die komplette Kontrolle über die Gerüchteküche. Schon seit längerem hält sich der Verdacht, dass Apple vielleicht sogar kontrolliert Leaks an die Presse durchsickern lässt. Mittlerweile merkt man aber sehr gut, bei welchen Produkten es dem kalifornischen Unternehmen aber wirklich wichtig ist, dass die Geheimhaltung bis zur Präsentation bestehen bleibt.

Natürlich hat dieses System auch ordentliche Nachteile. So ist es nachvollziehbar, dass wenn die Produktion erst nach Präsentation anläuft, wir mit erheblichen Wartezeiten rechnen müssen. Im Falle des Mac Pro über ein halbes Jahr und im Falle der iWatch vielleicht sogar länger.

Apple hat sich als Unternehmen schon immer mit Geheimnissen umgeben, grundsätzlich gehört dies damit auch zur Unternehmensphilosophie.

Geheimhaltung 2.0 ist eigentlich die einzige Möglichkeit, wie Apple Leaks vor Produktankündigung vermeiden kann, dies geschieht aber leider zu lasten der wartenden Konsumenten.

Hier stellt sich mir nun die Frage. Sind wir dazu bereits, bis zu einem halben Jahr auf ein Produkt zu warten, nur damit der Überraschungsmoment größer ist? Was denkt ihr?

Nur noch eine kleine Notiz am Rand — Wie sieht es eigentlich mit iPad Air 2 Leaks aus? 😉

[via]

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Peter k.
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Peter k.

Wer die neue Funktion „Hey Siri“ kennt, dem gefällt bestimmt dieses Video. Siri „Handsfree“ ohne Stromanschluss nutzen: https://www.youtube.com/watch?v=N_dhvo-sTIE

Hoffe es gefällt euch! 😉

Nico
Gast
Nico

Über das iPadAir weis ich bereits soviel wie ihr berichtet habt.

Michael S.
Gast
Michael S.

Ich persönlich halte dieses 2.0 Ding nicht für ausgereift, weil es schon deutlich vor der grossproduktion des neuen iPhones leaks bezüglich des Designs gegeben hat… Auch möchte ich unter keinen Umständen ein halbes Jahr auf das iPhone warten, schon die wenigen Wochen die ich noch auf mein am letzten montag bestelltes iPhone warten muss, sind mir zu lang und dann noch ein halbes jahr mehr? NEIN!! Zudem wird einfach die Presse mehr dafür investieren um das neue iPhone zu zeigen, bzw. sie haben es ja schon geschafft das neue iPhone vom design her zu kennen, bevor es prouziert wurde, das… Read more »

Appleireport7
Gast
Appleireport7

Ich würde mir folgendes vorstellen!Zwar wird die Wartezeit wirklich so lange dauern, aber vielleicht wird Apple deshalb die Keynotes früher im Jahr veranstalten, damit die Verkaufsstarts einigermaßen gleich bleiben.So würde sich alles aufs ganze Jahr gleichmäßig verteilen.So denke ich, dass für den normalen Verbraucher das dann nicht so schlimm sein wird.Für uns könnte es „etwas“ frustrierender sein ;)Gruß Philipp.

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