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Apples Preisgestaltung [Teil 1] – 3 Gründe um die Preispolitik von Apple zu verstehen

Allgemein, Apple, Kommentar
Apples Preisgestaltung [Teil 1] – 3 Gründe um die Preispolitik von Apple zu verstehen

Es gibt viele Diskussionen über die Preispolitik Apples. Nach der Meinung vieler Menschen sind die Preise maßlos übertrieben und werden auch gerne als Grund für den Kauf eines Konkurrenzproduktes benutzt. Ich möchte in diesem Artikel meine ersten 3 Gründe aufzeigen, wieso die Preise für Apple-Produkte in meinen Augen Sinn ergeben.

1. Image

Es ist ein sehr altes Argument und für viele nicht mehr tragbar. Apple hat ein Image, welches keine niedrigen Preise zulässt. Viele Jahre war Apple die Firma und Marke der Andersdenkenden. Apple galt als Hard- und Softwareentwickler für die kreativen Menschen unter uns und hat immer eine Nische besetzt. Steve Jobs schuf eine Firma voller Perfektionisten und Menschen, die absolut nie ein zweitklassiges Produkt auf den Markt bringen. Leider taten sie das doch ein paar Mal (z.B. der Beginn der eigenen Maps-App), aber das nur am Rande. Der iFather persönlich lebte dieses Image auf beeindruckende Art und Weise vor und führte seine Firma zu der Innovations-Maschine Nummer 1 in der heutigen Technologie-Welt.

In den letzten Jahren konnte man einfach beobachten, dass sich die Preise am Markt selten von unten nach oben, sondern meist von oben nach unten entwickelt haben.

Wer als erstes mit einer neuen Innovation auf den Markt kommt, der darf den ersten Preis bestimmen. Wenn die Menschen mehr als erwartet kaufen, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Preise in der Zukunft nicht sinken. Das sind normale wirtschaftliche Gesetze. Wenn es die Konkurrenz nicht schafft ein gleichwertiges Produkt zu veröffentlichen, das billiger wird, dann kann sich Apple Gedanken machen, ob es die aktuelle Strategie überdenkt. Aber auch das wird nicht passieren, weil Apple nicht sein Image aufs Spiel setzen möchte. Obwohl Apple mittlerweile Mainstream ist, möchten es die Marke sein, die das besser betuchte Marktsegment abdeckt, unter anderem weil sich hier eine deutlich höhere Umsatzrendite (Marge) erzielen lässt.


2. Marketing

Nah mit dem Image verknüpft ist das gelungene Marketing, dass Apple seit Firmengründung unter Steve Jobs ausmacht. Steve Jobs war wahrscheinlich der begabteste Verkäufer der Technologie-Branche aller Zeiten. 1984 startete Apple während des Super-Bowl das erste Mal eine für die Marketing-Welt revolutionäre Kampagne.

„Apple introducing Macintosh (1984)“

Steve Jobs überredete John Sculley, ein Marketing-Genie von Pepsi, mit folgenden Worten zu Apple zu wechseln:

Wollen Sie den Rest Ihres Lebens Zuckerwasser verkaufen, oder wollen Sie die Chance ergreifen und die Welt verändern?

Sculley nahm an und seine Marketing-Arbeit wurde zu einem großen Erfolg.

Nach Steve Jobs Rückkehr im Jahre 1997 war eine der ersten Amtshandlungen die Streichung vieler unnötiger Ausgaben und deutliche Erhöhung des Marketingbudgets. Jobs persönlich initiierte die legendäre “Think Different”-Kampagne und machte das Unternehmen wieder groß.

“Think Different.”

Die Tradition führt Apple weiter und investiert Millionen in Marketing. Nicht zuletzt an der Aufmerksamkeit, die den Werbespots während der Keynotes geschenkt wird, lässt sich ablesen, wie sehr Marketing in der DNA Apples verankert ist.


3. Kaufverhalten

Wir Käufer sind die Menschen, die am längeren Hebel sitzen und mehr oder weniger bestimmen können, was wir für ein Produkt kaufen und wieviel wir dafür bezahlen. Auch bei Apple-Produkten ist das so. So hat die erste Generation eines Apple TV noch 269€ gekostet, kostet heute eine Apple TV-Box nurnoch 79€. Die erste Generation wurde schlichtweg nur sehr schwach nachgefragt und wurde zu einem Flop (Apple nannte es “nur ein Hobby” um die schlechten Verkaufszahlen schönzureden). Wir Konsumenten haben mit unserer Macht Apple zu einer Preissenkung gezwungen. Niemals wäre der Preis gesunken, wenn sofort im ersten Jahr 50 Millionen Stück nachgefragt worden wären.

Sehr viele Menschen haben sich zur Markteinführung des iPhones (Steve Ballmer hat über ein Handy gelacht, das über 1000€ kostet), des iPads und jetzt auch der Watch über die Preise aufgeregt, weil diese scheinbar deutlich zu hoch seien. Früher oder später haben die Menschen doch gekauft und Apple zu diesen großen Erfolgen verholfen.

Bei der Apple Watch scheint sich die Geschichte zu wiederholen.

Wir Käufer müssen uns bewusst werden, dass wir die Macht haben. Mit unserem Kaufverhalten bestätigen wir die Preispolitik von Apple und unterstützen, dass Apple in Zukunft weiter sehr hohe Preise anbieten wird.


Zusammenfassung: Image und Marketing sind wichtige Bestandteile der Firma Apple und verursachen sehr teure, längerfristige Kosten. Apple lässt diese Kosten vom Käufer bezahlen und scheinbar haben wir genug Geld, dass uns das nichts ausmacht. Wir Nutzer erwarten auch, dass man nicht nur ein Produkt, sondern ein positives Image kauft. Wie viel uns das wert ist, das bestimmen wir.

In den nächsten Wochen werde ich einen 2. Teil veröffentlichen. Bis dahin freue ich mich, mit euch zu diskutieren.

Apples Preisgestaltung [Teil 1] – 3 Gründe um die Preispolitik von Apple zu verstehen
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