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Reportage: Sichere Alternativen zu WhatsApp?

Allgemein, App-Review
Reportage: Sichere Alternativen zu WhatsApp?

WhatsApp ist der größte und meistbenutzte Messenger. Nach eigenen Angaben hat der Dienst weltweit ca. 300-Millionen Nutzer und alleine in Deutschland sind es wohl 20 Millionen aktive Nutzer, die WhatsApp mindestens ein mal im Monat benutzen. Das sind Hammer-Zahlen, aber was bedeutet das im Angesicht von Prism, Tempora und XKeyscore? Sollten wir Kommunikation wirklich so sorglos nutzen? Und sind wir mal ehrlich, WhatsApp ist nicht der sicherste Dienst, er ist eher sehr weit entfernt davon…

Die Kommunikation läuft hier komplett unverschlüsselt ab und auch das komplette Adressbuch wird vollständig auf die Server von WhatsApp übertragen, im Klartext. Das bedeutet, dass irgendwo auf dem Weg von eurem Endgerät zum Empfänger, jede Nachricht oder euer Adressbuch mit einfachsten Mitteln abgefangen, gelesen und gespeichert werden kann. Und wenn nur die Hälfte von dem stimmt was in den Nachrichten über die Snowden-Enthüllungen zu lesen ist, wird im Grunde die komplette Internet-Kommunikation überwacht, mitgeschnitten und auch ein großer Teil gespeichert.

Aber was ist die Alternative? Nun, eine Möglichkeit wäre es natürlich – unabhängig von Geheimdiensten denn auch Hacker können ohne große Probleme solche Kommunikation lesen – die Nachrichten zu verschlüsseln. Das ist aber oft nicht so einfach wie es sich anhört. Im E-Mail-Bereich z.B. gibt es Möglichkeiten wie PGP oder S-MIME, die sind für den Otto-Normalverbraucher jedoch nicht benutzbar. Heute schauen wir uns aber für den Bereich der Messenger wie WhatsApp einmal Alternativen an, die mit einer Lösungen daher kommen, die auch für “normalen” Menschen nutzbar sind.

Gut verschlüsselte Kommunikation läuft im Grunde nach folgendem Prinzip ab: Die Nachricht die ich sende, wird mit einem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt. Dieser Schlüssel kann jedem bekannt sein, da hiermit die Nachricht nicht entschlüsselt werden kann. Das geht nur mit dem privaten Schlüssel, und dieser ist wiederum nur dem Empfänger bekannt. Erst auf dem Gerät des Empfängers kann die Nachricht dann damit tatsächlich entschlüsselt und gelesen werden. Das ist asynchrone Verschlüsselung.

Es gibt noch die synchrone Verschlüsselung. Dabei wird der Key mit dem die Nachricht verschlüsselt wird auch dafür genutzt, um sie wieder zu entschlüsseln. Sie ist also nicht so sicher wie die asynchrone.

Was so einfach klingt, ist in der Realität jedoch deutlich komplizierter…

Ach ja, hier ein Disclaimer: Wir können hier nicht für die Sicherheit der g

enannten Dienste garantieren! Wir raten keinem dazu einen der hier vorgestellten Dienste zu nutzen, wenn er wirklich etwas mitzuteilen hat, was für NSA und Co. für Interesse sein könnte! Wir sind keine Crypto-Expterten und können nur einen kleinen Überblick, nicht aber eine Bewertung oder Empfehlung von Diensten geben!

Aber kommen wir nun zu den Alternativen die versprechen, das Problem der Verschlüsselung im Messenger-Bereich endlich zu lösen!

Threema – Die Schweizer Lösung – WhatsApp Alternative

Threema

Threema sollte mittlerweile jedem ein Begriff sein. Der Schweizer Dienst verspricht, Nachrichten mit einer asynchronen Verschlüsselung zu sichern. Da die Schlüssel einzig auf dem Gerät des Nutzers generiert werden, soll es auch Threema nich

t möglich sein, die Nachrichten zu entschlüsseln.

Um sicher zu stellen, dass der Kontakt mit dem man gerade schreibt auch wirklich der vermutete Kontakt ist, gibt es 3 Sicherheitsstufen (deshalb auch der Name und das Logo). Bei Stufe 1 (rot oder unsicher) hat man den von der App generierten Benutzernamen eingegeben und den Benutzer so gefunden. Bei Stufe 2 (gelb oder bedingt sicher) ist das Gegenüber mit den gleichen Daten auch in den eigenen Kontakten vorhanden. Und bei Stufe 3 (grün und damit sicher) kennt man den Kontakt auch “im richtigen Leben” und hat einen QR-Code vom Gerät des Freundes gescannt.

Threema ist zur Zeit der bekannteste WhatsApp-Konkurent, der sich Sicherheit auf die Fahnen geschrieben hat. Leider ist die App nicht gerade hübsch, es werden keine Emojis unterstützt und auch ein Gruppen-Chat ist bisher nicht möglich. Damit hinkt der Schweizer Dienst noch um ein paar Features hinterher. Gerade die Gruppen-Chat-Funktion wird sicher schmerzlich vermisst.

Die App ist zur Zeit für iOS und Android erhältlich. Beim angebissenen Apfel kostet sie 1,79 Euro, beim Androiden 1,60 Euro.

myEnigma – Nochmal die Schweiz – WhatsApp Alternative

 

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myEnigma verspricht ähnlich wie Threema Sicherheit durch Schweizer Server. Die gesamte Kommunikation läuft vollständig verschlüsselt ab. Dabei wird eine Mischung aus synchroner und asynchroner Verschlüsselung benutzt. Wird eine Verbindung zwischen 2 Nutzern

neu aufgebaut, geschieht dies über einen öffentlichen- und einen privaten Schlüssel. Die eigentliche Kommunikation anschließend, wird jedoch mit nur einem Schlüssel gesichert. Lt. myEnigma wird dieser Schlüssel jedoch alle 3 Tage erneuert.

Anders als bei Threema kommen auch BlackBerry-Kunden in den Genuss der App, was den Nutzerkreis schon mal etwas erweitert. Außerdem ist ein Gruppenchat mit bis zu 30 Teilnehmnern möglich.

Leider gewinnt die App wie auch Threema (in meinen Augen…) keinen Designpreis. Apropos Preis: Sie ist für alle drei Systeme (iOS, Android und BlackBerry) bis jetzt kostenlos.

hike – Der Nachzügler – WhatsApp Alternative

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Hike ist schon länger auf dem Markt und für so gut wie alle auf dem Markt befindlichen Systeme kostenlos erhältlich (iOS, Android, BlackBerry, Windows Phone und den Nokia Ovi-Store).

Hike hat die Verschlüsselung erst nachträglich eingebaut, der ursprüngliche Messenger war wie WhatsApp komplett unverschlüsselt. Leider gibt es aktuell noch nicht so viele Informationen wie die Jungs das genau machen. Es wird wohl eine symmetrische Verschlüsselung mit einem 256 bit Schlüssel eingesetzt. Im Gegensatz zu den erstgenannten Apps hat hike jedoch ein etwas ansprechenderes Design und einige witzige Features wie Stickers (im Grunde aufgemotzte Emojis), Push to talk oder eigene Emojis.

Leider hat hike nicht gerade den besten Ruf, was die Verschlüsselung angeht. Ob sie wirklich nachgebessert haben, bleibt aktuell deshalb abzuwarten.

Heml.is – Der Schönling (der noch auf sich warten lässt) – WhatsApp Alternative

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Von Heml.is (übrigens Schwedisch für “sicher”) ist bisher nur sehr wenig bekannt. Es gibt die App bis jetzt auch noch nicht zum Testen. Dafür wirft sie aber um so größere Schatten voraus! Kein geringerer als Pirate Bay Mitgründer Peter Sunde ist einer der Entwickler der App! Bei solch einem prominenten Namen war die Finanzierung per Crowdsourcing natürlich kein Problem. Innerhalb von 36 Stunden war das Projekt finanziert.

Wie gesagt, bis jetzt ist noch so gut wie nichts über die App oder ihre Verschlüsselung bekannt. Lt. Sunde sollen aber bereits ausführlich genutzte Technologien wie PGP oder XMPP zum Einsatz kommen.

Die App sieht – jedenfalls anhand der Screenshots – schonmal sehr hübsch aus, was jedoch dahinter steckt, darauf müssen wir noch ein bisschen warten.

whistle.im – der Umstrittene – WhatsApp Alternative

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whistle.im wirbt damit komplett aus Deutschland zu kommen. Leider ist das Siegel “Made in Germany” nicht gerade berühmt für sichere Kommunikation…

Und auch whistle.im verspricht sichere Kommunikation, so sicher, dass sie einige großspurige Versprechungen auf ihrer Homepage hinterlassen:

Wir bei whistle.im glauben, dass Privatsphäre nichts damit zu tun hat, ob man tatsächlich etwas zu verbergen hat oder nicht, sondern einfach unser grundsätzliches Recht ist. Ob man nun Geschäftsgeheimnisse mit Partnern austauscht, gegenüber der Presse ein dunkles Geheimnis enthüllt, sich schmutzig mit seiner Freundin oder seinem Freund unterhält oder einfach nur mit Freunden Scherze macht, es sollte sich niemand darum sorgen müssen von Staaten oder Firmen aus welchen Gründen auch immer ausspioniert zu werden.

Leider gibt es wohl Scheunentor-große Lücken in der vermeintlich sicheren Kommunikation. Der CCC geht sogar soweit dem Dienst den vorzeitigen Gnadenschuss geben zu wollen. Über die Art und Weise wie hier geschrieben wird kann gestritten werden, nicht jedoch über das vernichtende Urteil…

Ich möchte hier nicht soweit gehen die App schon in der Beta-Phase abschreiben zu wollen. Wäre ich aber Journalist der mit Quellen Geheimnisse austauschen möchte würde ich mich aber hüten, whistle.im zu nutzen! Trotzdem bin ich gespannt, wie sich der Dienst entwickelt und ob die Jungs (was zu wünsche wäre!) noch die Kurve bekommen.

Fazit

Tja, welcher der Messenger jetzt wirklich sicher ist, das können wir hier nicht beurteilen. Wir möchten lediglich einen kleinen Überblick geben und das Thema weiter sensibilisieren. Es gibt mit Sicherheit auch noch Messenger die hier nicht genannt wurden, Ihr dürft uns gerne in den Kommentaren ergänzen.

Threema ist der aktuelle Favorit, obwohl einige wichtige Features wie Gruppenchat fehlen. Heml.is ist der am meisten erwartete und whistle.im wohl der aktuelle Verlierer der Runde.

Aktuell muss man aber sagen, dass Verschlüsselung und Sicherheit ein immer wichtigeres Thema werden und das ist gut so! Je mehr solche Dienste genutzt werden und vielleicht auch mal WhatsApp Kunden kosten, um so größer wird der Druck auf alle Beteiligten, die eigene Vorgehensweise zu überdenken und zu verbessern.

Was sind eure Messenger? Nutzt Ihr noch WhatsApp? Rückmeldungen und Kommentare sind gerne gesehen. 🙂

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1 Kommentar auf "Reportage: Sichere Alternativen zu WhatsApp?"

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Gast

Threema hat den großen Nachteil, dass es etwas kostet. Die meisten Nutzer sind nicht bereit für Sicherheit zu zahlen. Ich habe mich auch mal mit dem Thema Whatsapp-Alternativen beschäftigt und bin bei myENIGMA geblieben. Es ist momentan noch kostenlos, aber m. E. nicht so sicher wie Threema.
Kann man auch alles genau in diesem Artikel nachlesen:
http://startprivat.blog.de/2013/12/29/abschied-whatsapp-anfang-17510459/

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